Bewertungen im Internet…

Bewertungen im Internet…

...und was davon zu halten ist.

Jeder kennt sie: Bewertungen auf Google oder anderen Plattformen im Internet.

Menschen können dort ihre Eindrücke schildern und besuchte Orte bewerten.

Prinzipiell eine gute Idee, aber...

..leider wird auch dieses Werkzeug wie so viele andere für private Bedürfnisse missbraucht. Sei es um sich wichtig zu machen, sei es um einfach nur Rache zu üben, weil man sich ungerecht behandelt fühlt.

Seit ich gesehen habe, dass auch Berge [sic!] Google-Rezensionen bekommen, wundert mich nur mehr wenig. So hat die Rax (der Berg, nicht die Seilbahn, nicht eine Hütte…NEIN, DER BERG!!!) während ich diesen Blogbeitrag schreibe 85 Rezensionen erhalten und hält bei 4,7 Sternen. Gut gemacht, Rax!

Das kann man ja noch lustig finden, aber...

…da gibt es ja leider auch noch Hasspostings. Oftmals lassen sie tief in die Seele des Rezensenten blicken.

So wie damals beim Besuch einer Schulklasse. Zur Erklärung: 40 Schüler kommen unangemeldet nach 4 Tagen Dauerregen (die angrenzenden Bezirke waren zum Katastrophengebiet erklärt worden) und beschweren sich, dass es keine Burger und Schnitzel gibt, dass das Essen nicht nach 10 Minuten auf dem Tisch gestanden ist, dass Fingernägel und Haare im Essen gewesen wären (natürlich gelogen), dass unsere Strohhalme aus Stroh (und nicht aus Plastik) sind. Schnell sind so über das hauseigene W-LAN an die 10 negative Bewertungen geschrieben und das Ranking saust in den Keller.

Wenn es dann aber persönlich beleidigend wird...

…dann hört sich der Spaß auf. Ein besonderes Beispiel hat dieser Tage eine Dame abgeliefert. Leider hat sie nach meiner Antwort ihre 1-Sterne-Bewertung gelöscht, aber weil ich weiß, dass unsere Google-Kritiken mittlerweile eine große Zahl an begeisterten MitleserInnen haben, möchte ich euch diese Kritik nicht vorenthalten.

Der Gassenpsychologe in mir erkennt hier zwischen den Zeilen (wenn auch nicht gerade sehr subtil) das Bild einer frustrierten Person, hin- und hergerissen zwischen Feminismus und Stutenbissigkeit, zum Drüberstreuen eine Portion Männerhass, aber das ist meine Privatmeinung.

Auch meine Privatmeinung ist, dass die schlechte Bewertung nur geschrieben worden ist, weil die Dame bei bestem Wetter 2 Schlafplätze storniert hat und deswegen eine Stornogebühr bezahlen musste…

Ich habe absichtlich nicht in Englisch geantwortet, weil die Dame erstens sehr gut Deutsch spricht und zweitens Google dann gerne die Englische Version in sehr schlechtes Deutsch „zwangsübersetzt“.

Aber leset selbst (ohne Kürzung oder Auslassung):

Gillian Watson

* Vor 16 Stunden

I’ve always heard the customer is king … at Karl Ludwig Haus the personnel is royalty, the customer’s role appears to be only to finance the harem of 7 +(on this occasion no man (the owner is apparently the only male in the pecking order) was present, therefore I was not able to deliver my feedback face to face – it is amusing to think guests are impressed by a female-run hut when in reality the rooster 🐓 controls the coffers).   At breakfast the pyjama-clad ladies in waiting, aka wait staff, filled their bowls to the brim with joghurt, every last spoonful gone, leaving the guests to go to the kitchen and request a refill. I could not believe my eyes 😳 At dinner the harem gathered around the table for regular visitors (the Stammtisch) enjoying a fresh green salad and monstrous portions of a freshly cooked skillet while we paying guests at the next table ate what could only have been days-old leftovers … lifeless,  lukewarm and rancid (at this point who cares if it’s organic?). We should have heeded the description for Huttengröstl (btw., normally prepared with dumplings or potatoes): „a selection from all walks of the refrigerator“. The cook (probably too busy preparing the harem’s own meal) didn’t even bother to freshen the days-old noodles with some freshly roasted onion or herbs. A couple of other observations: -Single toilet for all guests, window sealed shut, no ventilation. Need I describe the situation further? I think not. -5€, yes, 5€,  for 1l of soda water (the hut has it’s own service lift, it is not serviced by helicopter – so why so overpriced?). -One hot, no cold, not even water, drinks at breakfast. I go back to the review written by David Tomášek a month ago which I wish I had read before I booked, and the flippant response of the owner : „Maybe he (David) had just a bad day, but I cannot recommend Mr. David Tomášek to any hut owner to have him as a guest.“ Say that again, Mr. Hubmer? 😂 A paying customer is … not welcome? Yeah, back to my first statement. The point of a review is to point out weaknesses in a process. And the process owner should normally take interest in learning from the criticism. This owner, while interested in reading the feedback and patting himself on the back when not impolitely  defending his rooster-run hut on the mountain, is obviously immune to change. For me, this very well-located mountain guesthouse on the breathtaking Rax plateau is, under the current management, NOT recommended for nature lovers, organic seekers or those who respect the true power of women. Hope ÖTK will take notice.

Meine Antwort darauf

Danke für deine überaus aufschlussreiche Kritik! Die EUR 10,- Stornogebühr müssen dich ja wirklich sehr verärgert haben, dass du so tief in dein Verständnis eines Dienstleistungsbetriebs blicken lässt.

Lass mich zuerst auf deine konkreten Kritikpunkte eingehen:

  1. Die Belegschaft bedient sich vom gleichen Buffet wie die Gäste.

– wie können sie nur? 😉

  1. Am Abend hat die Belegschaft in deiner Sichtweite grünen Salat und „monströse Portionen“ gegessen. Du hingegen musstest die tagealten Überreste essen.

– findest du es nicht etwas übergriffig zu kommentieren, was und wieviel unser Personal isst? Ist das nicht deren Privatangelegenheit? Und warum bestellst du dir nicht selbst grünen Salat, wenn du gern einen hättest?

  1. Unser Hüttengröstl sei „ranzig“.

– darauf möchte ich nicht einmal eingehen, ich denke, unsere Gäste wissen, dass wir mit hochqualitativen Produkten frisches Essen zubereiten.

  1. Eine Toilette am Gang

– Nun es sind 4, aber egal. Auf alpinen Schutzhütten gibt es NIE private Toiletten!

  1. EUR 5,- für ein Liter Soda.

– Für das Glas Soda verrechnen wir 1,50. Der Liter kommt etwas günstiger mit 5,- Ja. Und? Wieviel zahlst du im Tal? Weniger? Echt?

  1. Zum Frühstücksbuffet gibt es nur 1 Heißgetränk. Ja. So ist es. Das KaLuHa steht im Karstgebiet und Wasser ist kostbar und teuer. Die Informationen findest du detailliert auf unserer Homepage, und somit kannst du also schon vor Anreise entscheiden, ob unser Angebot für dich passend ist.

Im Allgemeinen finde ich an deiner Kritik einiges sehr bedenklich. Du unterstellst, es wäre ein großangelegter Plan, weibliches Bedienpersonal zu beschäftigen, um damit „Gäste zu beeindrucken“. Du beschreibst sie mehrmals als „Harem“ und mich als „Gockel“. Diese Diktion sagt sehr viel über deine Einstellung dem Personal gegenüber aus, meine ich. Eigentlich ist das eine Frechheit und ich schäme mich für solche Aussagen.

Außerdem scheint es dich immens zu stören, dass das Personal im selben Raum mit dir speist. Und sich sogar vom selben Buffet bedient. Wahrscheinlich sollten sie irgendwo außer Sichtweite die Reste der Gäste bekommen, oder? Es ist kein Wunder, dass niemand mehr in der Gastronomie arbeiten möchte, wenn er Menschen mit einer derartigen Einstellung bedienen soll.

Was mich zum letzten Punkt führt. Du schreibst: “ Say that again, Mr. Hubmer? 😂 A paying customer is … not welcome?“

Ja, gerne sage ich das noch einmal. Nicht jeder Gast ist uns willkommen. Auch nicht wenn er bezahlt. Es geht um die Wertschätzung der Leistung, die alle MitarbeiterInnen in der Gastro im Allgemeinen und auf einer alpinen Schutzhütte im speziellen erbringen.

Noch ein kleines Dankeschön zum Ende...

Wirklich ernsthaft und aus ganzem Herzen bedanken möchte ich mich bei all unseren Gästen, die uns mit ihrem positiven Feedback die Kraft geben, unseren Kurs weiter zu gehen, und die uns dabei helfen, negative Hasspostings als das zu sehen, was sie sind: negative Hasspostings!

Und auch bei jenen, die uns wertschätzend auf unsere Fehler aufmerksam machen, möchte ich mich bedanken. Manches konnten wir durch ihre Hilfe im Lauf der letzten Jahre tatsächlich verbessern.

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